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Geschichte Grundlagen und Methode Praktische therapeutische und diagnostische Anwendung Klinische Humanstudien Elektroakupunkturdiagnose Elektroakupunkturtherapie (Reizstromtherapie) Elektroakupunktur-Medikamententest und –Diagnosetest Kontrollierte Tier- und Pflanzenstudien Eigene Forschungstätigkeit und geplante Forschung Literatur EAP (EAV)
GeschichteSeit den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts weiß man, dass sich die Akupunkturpunkte auf der Haut im Vergleich zu anderen Hautregionen durch eine erhöhte elektrische Leitfähigkeit auszeichnen. Vermutlich war Richard Croon der erste Entdecker der veränderten elektrischen Widerstandswerte der Akupunkturpunkte. Er entwickelte die sogenannte „Elektroneuraldiagnostik“. Am weitesten verbreitet in Europa ist die von Reinhard Voll in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte Elektroakupunktur nach Voll (EAV). Aus diesen beiden ursprünglichen Schulen der Elektroakupunktur (EAP) entwickelten sich dann später Verfahren wie die Bioelektronische Funktionsdiagnostik nach Pflaum, das Decoder-Dermogramm oder der Vegatest nach Schimmel. Eine neue Entwicklung in den letzten Jahren ist die Energetische Terminalpunktdiagnose mit dem Performance-Gerät, bei der Ströme spannungsfrei im Nanoampere-Bereich an den Akupunkturpunkten gemessen werden (Eickhorn und Schimmel 1998 und 1999). Auch in Japan wurden schon frühzeitig Elektroakupunkturmethoden z.B. von Yoshio Naka-tani und Hiroshi Motoyama angewendet und sukzessive weiterentwickelt (siehe Bischof 1995).
Grundlagen und MethodeBei der von Reinhard Voll entwickelten Elektroakupunktur nach Voll (EAV) drückt man eine spitze Metallelektrode auf einen Akupunkturpunkt und hält die flächige Gegenelektrode in einer Hand. Man misst den elektrischen Widerstand in einem Gleichstrom-Stromkreis und bildet die Messwerte auf einer logarithmischen Skala mit einer willkürlichen Einteilung zwischen 1 bis 100 ab. Der Messwert 1 repräsentiert dabei einen unendlich großen elektrischen Widerstand und der Wert 100 einen unendlich kleinen Widerstand, bei dem der niedrige Messstrom ungehindert fließen kann. Die Messwerte sind u.a. abhängig von dem Anpressdruck und der Hautfeuchtigkeit, so dass eine gewisse Übungszeit notwendig ist, um die Messmethode zu erlernen. Der Bereich um die Skaleneinheit 50, der einem elektrischen Widerstand von 100 kOhm entspricht, wird als Normalwert bezeichnet. Die Interpretation der Messwerte orientiert sich an den Erklärungsmodellen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Werte über 50 werden als Stau des Lebensenergieflusses interpretiert und im weitesten Sinne entzündlichen Prozessen zugeordnet. Werte unter 50 werden als verminderter Lebensenergiefluss interpretiert und degenerativen Prozessen zugeordnet. (Voll 1965, Kramer Bd.1-4 1976) Eine Weiterentwicklung der EAV ist der sogenannte Medikamententest. Zur Durchführung des Medikamententests werden Medikamente oder andere biologisch aktive Substanzen (z.B. Vitamine) in den Messkreis gebracht und dann die EAP-Messung durchgeführt. Bei Zuträglichkeit verbessern sich schlechte Punktmesswerte, bei Nichtzuträglichkeit verschlechtern sich die Messwerte. (Voll 1965, Kramer 1976) Die technische Reproduzierbarkeit der Leitwertmessungen ist vielfach gezeigt worden (van Wijk 1992, Schurk und Bullemer 1995, Bullemer 1995, Treugut et al. 1998, Wiegele 1999). Preischl (2000) von der Fachhochschule Augsburg und Heyer (1999) konnten mit einem Robotersystem dokumentieren, dass die Leitwertmessungen und der Medikamententest der Elektroakupunktur reproduzierbar sind (siehe dazu auch die Literaturübersicht im Abschnitt „Klinische Humanstudien“). Es soll an dieser Stelle allerdings nicht verschwiegen werden, dass zur Reproduzierbarkeitsfrage auch negative Publikationen existieren. Der Vergleich der absoluten Messdaten zwischen zwei Ärzten an der gleichen Person und den gleichen Punkten zeigt nicht immer weitgehende Übereinstimmung. Dies ist auch nicht zu erwarten, da verschiedene Ärzte unter verschiedenen Randbedingungen messen (z.B. verschiedene Hautfeuchtigkeiten oder unterschiedlicher Anpressdruck). Auch der verschiedene Hautfeuchtigkeitsgehalt der Patienten selbst verändert das absolute Messniveau. Wiederholte Messungen an einem Punkt können ebenfalls die Messwerte verändern. Weiterhin hat Kramer (1976) gezeigt, dass sich die Leitfähigkeit der Akupunkturpunkte tagesperiodisch ändert. Dieser Biorhythmus ist ein deutlicher Hinweis auf die physiologische Relevanz der Akupunkturpunktleitfähigkeiten. Für den einzelnen Arzt ist das alles allerdings insofern diagnostisch irrelevant, da er die Abweichungen vom Mittelwert der Messreihe (die relativen Unterschiede) bei einem Individuum als diagnostisches Kriterium verwendet. Im Hinblick auf die Reproduzierbarkeit des Medikamententests sollte weiterhin beachtet werden, dass die Messung oder Testung gleichzeitig schon Therapie ist. Je nach Sensitivität des Individuums und auch Richtigkeit des Medikamentes verändert sich der betreffende Akupunkturpunkt und eventuell auch andere Punkte langfristig. Das lebende System wurde ja mit der richtigen Information konfrontiert. Das Messobjekt kann (muss aber nicht) sich durch die Messung verändern. Durch solche möglichen Gedächtniseffekte, die wir in der Praxis mehrfach gesehen haben, ist eine Reproduzierbarkeit beim Medikamententest im klassischen Sinne ganz sicher nicht zu erwarten (siehe Galle 2002). Die grundsätzliche physiologische Bedeutung der EAP ist durch Rossmann und Popp (1986) und Popp und Mitarbeiter (Popp 1990, Zhang und Popp 1994, Klimek 2004) gezeigt worden. Die Häufigkeitsverteilungen der Punktleitwerte folgen der für gesunde physiologische Systeme typischen Log-Normalverteilung und nicht der Normalverteilung. Im Fall von Krankheit verändert sich die Log-Normalverteilung signifikant. Grundlegende physiologische Untersuchungen zum elektrischen Verhalten von bestimmten Hautarealen bei Gesunden wurden auch von Tsuei und ihren Mitarbeitern durchgeführt (z.B. Tsuei et al. 1988, Lu et al. 1999). Als grundlegendes physikalisches Wirkprinzip des Medikamententests postulieren wir nach dem Vorschlag von J. Strube, dass Substanzen im Erdmagnetfeld und angeregt durch das elektromagnetische Umgebungsrauschen substanzspezifische elektromagnetische Schwingungen, wie unmittelbare Kernspinresonanzen und Spin-Spin-Kopplungen aussenden. So wird ein extrem energiearmes elektromagnetisches Strukturabbild (EMSA) im Außenraum der Substanzen unterhalb der thermischen Rauschgrenze erzeugt. Dieses EMSA ist der substanzspezifische Informationsträger, der sich über die metallischen Leitungen fortpflanzt und mit den körpereigenen Schwingungen in Verbindung tritt. Die hohe Sensitivität lebender Systeme und damit auch des Menschen macht die biologische Wirkung eines solchen Informationstransfers möglich. (Galle 2002) Als grundlegendes physiologisches Wirkprinzip dieser schwachen elektromagnetischen Wechselwirkungen postulieren wir einen informativen Katalysatoreffekt (siehe Bioresonanzmethode). Als Analogie dieses Wirkprinzips könnte man folgendes Bild von J. Strube verwenden: Eine Lokomotive kommt an eine Weiche. Die Weichenstellung entscheidet darüber, ob der Zug nach Hamburg, Berlin oder Mailand fährt. Der informative Katalysator ist analog der Weichenstellung, die darüber entscheidet, wo der Zug (analog einem möglichen physiologischen Programm) aus eigener Kraft hin fährt. (Galle 2002) Die Elektroakupunkturmethode hat nicht nur einen diagnostischen, sondern auch einen therapeutischen Aspekt. Durch eine niederfrequente, elektrische Reizstrombehandlung wird versucht die „energetischen Flüsse“ des Menschen zu harmonisieren. Mit Punktelektroden und Flächenelektroden wird der Reizstrom von außen auf bestimmte Hautareale (u.a. auch Akupunkturpunkte) appliziert (siehe Kramer Bd.1 1976). In den letzten zehn Jahren wurden die 1998 erstmals entdeckten Korrelationen zwischen Gehirnaktivitäten und Stimulationen der Akupunkturpunkte von verschiedenen Arbeitsgruppen genauer untersucht (Jong J. et al. 2007, dort alle weiteren Literaturstellen).
Praktische therapeutische und diagnostische Anwendung
Die naturheilkundlich orientierten Praktiker wenden die EAP-Methode nach dem Erfahrungswissen der letzten 50 Jahre an, das auf dem Jahrtausende alten Wissen der TCM aufbaut (Voll 1965, Kramer 1976, Bergsmann 1992 und 1994). Nach diesem Erfahrungswissen ist die EAP-Methode grundsätzlich bei allen Erkrankungen hilfreich. Sie kann funktionelle physiologische Störungen erkennen bevor sie sich auf einer anatomischen Ebene manifestieren. Erfahrungsgemäß sind die Hauptanwendungsgebiete der Praktiker: · Diagnose von Allergien und Unverträglichkeiten · Diagnose von geeigneten Zahnmaterialien · Mundstrommessung · Medikamententestung · Chronische und therapieresistente Erkrankungen · Herderkrankungen und Störfelder · Vegetativ bedingte Befindlichkeitsstörungen · Schmerzzustände · Rheumatische Erkrankungen
Klinische Humanstudien
Die nachfolgenden Tabellen listen positive klinische Humanstudien im Bereich der EAP-Diagnose, der EAP-Therapie und des EAP-Medikamententests auf. Im Bereich der EAP-Therapie existieren noch viele weitere Publikationen über klinische Studien. Die Studien dokumentieren, dass das bisherige naturheilkundliche Erfahrungswissen wenigstens zum Teil auch durch die wissenschaftliche Methode belegbar ist.
Elektroakupunkturdiagnose
Anmerkung: Zwei vergleichende Doppelblindstudien (Lewith et al. 2001 und Semizzi et al. 2002) zur EAP-Diagnose bei Inhalationsallergenen waren negativ. Sie konnten die obigen Ergebnisse bei Inhalationsallergenen nicht bestätigen. In allen Studien mit bioelektronischen Tests von bioaktiven Substanzen existieren mindestens zwei grundsätzliche methodische Probleme: a) Der Test ist schon Therapie und durch mögliche Gedächtnis-Effekte des regulierenden Systems können sich zumindest kurzzeitig nacheinander durchgeführte Testungen beeinflussen; und b) es gibt gute Gründe für die Annahme, dass ein bioelektronischer Test und ein normaler Allergietest (z.B. Prick-Test) nicht die identische biologische Dimension messen.
Elektroakupunkturtherapie (Reizstromtherapie)
In der wissenschaftlichen Literatur existieren weitere kontrollierte Studien zu der EAP-Therapie (siehe Medline, Embase, etc.). In keiner der Therapiestudien wird über reizstromspezifische Nebenwirkungen berichtet. Auch in der Lehrbuchliteratur (Kramer 1976) wird über Nebenwirkungen nicht berichtet. Die Geräteleistung liegt weit unterhalb der Verbrennungsschwelle. Die klinische Bedeutung wird über die oben zitierten klinischen Studien hinaus durch eine Reihe von zusammenfassenden Abhandlungen von vielen Ärzten beschrieben (Voll 1965, Kramer 1976, Rossmann und Popp 1986, Bergsmann 1992 und 1994, Doepp 2002). Auswirkungen der Elektroakupunkturtherapie auf das Abwehrsystem des Menschen wurden z.B. von Jong et al. (2006) beschrieben. Teile der Meridianstruktur auf der Körperoberfläche konnten mit der Infrarot-Thermographie abgebildet werden (Schlebusch et al. 2004 und 2005). Es existieren eine Reihe von Studien, die bei Tumorerkrankungen über veränderte elektrische Oberflächenpotentiale auf der Haut berichten (z.B. Bergsmann und Woolley-Hart 1973, Goller et al. 1986, Weiss et al. 1994, Marino et al. 1994, Cuzick et al 1998). Sie bestätigen damit entsprechende Studien mit der EAP-Diagnose. Kontrollierte Tier- und PflanzenstudienIn der wissenschaftlichen Literatur (siehe Medline, peer-reviewed) existieren eine ganze Reihe von kontrollierten Studien über die physiologischen Auswirkungen der EAP-Reizstromtherapie in Tiermodellen.
Eigene Forschungstätigkeit und geplante Forschung
Bei der Entwicklung der Energetischen Terminalpunktdiagnose wurde von uns die Reproduzierbarkeit verschiedener Messelektroden geprüft (Galle et al. 2000). Weitere Forschungstätigkeiten sind zurzeit auf diesem Gebiet nicht geplant.
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